Eine Pflege in drei Welten

Die Achtung und der Respekt gegenüber den einzelnen Bewohnerinnen und Bewohnern gebietet es, auf die Besonderheit jedes Menschen Rücksicht zu nehmen. Heute kommen viele Menschen zu uns, die an Demenz leiden – in ganz unterschiedlichen Stadien, die ebenso unterschiedliche Bedürfnisse mit sich bringen. Daher arbeiten wir seit 2007 in unserem Heim mit drei Lebenswelten. In Zürich, wo diese Pflegeform zuerst angewandt wurde, überzeugten wir uns persönlich von der Gliederung des Heims in Lebenswelten. In einer Studie1 aus Rheinland-Pfalz wurden diese Erfahrungen bestätigt. Die Eindrücke sind positiv: Konflikte werden reduziert und das Pflegepersonal kann sich auf die individuellen Bedürfnisse der Bewohner noch besser einstellen. Auch treffen Menschen mit ähnlichen Voraussetzungen zusammen, Missverständnisse nehmen ab. Daraus folgen eine entspannte Atmosphäre und höhere Zufriedenheit bei Bewohnerinnen und Bewohnern, deren Angehörigen und den Mitarbeitern. Lassen Sie uns die Lebenswelten nachfolgend vorstellen.

1 Optimierung der Versorgung von Menschen mit Demenzerkrankungen in stationären Pflegeeinrichtungen In Rheinland-Pfalz; Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen des Landes Rheinland-Pfalz

Aktiv und beweglich

Selbständig und aktiv sein – und es ist immer Unterstützung da. Das Seniorenheim Albestraße hält für seine Bewohner ein reichhaltiges Angebot zur erfüllenden Lebensgestaltung bereit – individuell oder in Gemeinschaft. Durch Gymnastik und Krafttraining bleibt die körperliche Beweglichkeit erhalten. Kreativgruppen, Gedächtnistraining, Musikgruppen sowie Ausflüge bringen Freude und Vitalität.

Erinnerungen leben

Die Welt ist nicht mehr die, die sie war. Erfahrungen des Lebens werden daher wichtiger und bieten Halt. Genaue Tages- und Wochenpläne geben dem Alltag einen verlässlichen Rahmen und Geborgenheit. Wir sind kontinuierlich im Wohnbereich aktiv für unsere Bewohner. Zusammen etwas zu tun, wie zum Beispiel Kochen oder Erzählen, bringt die Gelegenheit zum Erfahrungs- und Erinnerungstausch.

Eine liebevolle Umgebung

Die Bewohner dieser Lebenswelt brauchen Anleitung und können ihren Alltag nicht selbstbestimmt gestalten. Zerstreuung bietet sich hier durch die vielseitige und veränderbare Einrichtung der Aufenthaltsräume. Kontakt und Rückzug sind ganz nach persönlichem Bedarf möglich. Erinnerungskreise und Musik gliedern zwanglos den Tag. So bleibt trotz hohem Pflegebedarfs Freiraum für die Persönlichkeit.

Die Sinne ansprechen

Für Bewohner in einer Phase der Immobilität steht ein Bereich zur Verfügung, in dem Erleben und Fühlen von Familie im Vordergrund stehen. Musik, Licht, sanfte Berührung sprechen die Sinne an, ohne zu fordern. Einfache Bewegungsübungen helfen beim Entspannen. Zwischen Gemeinschaft und Ruhe wird sanft gewechselt. Im intensiven Austausch mit den Angehörigen wird eine Atmosphäre der Geborgenheit, des Schutzes und der Anregung geschaffen, denn die Kommunikation findet nunmehr ganz in der Gefühlswelt statt.